Jahresrückblick

Wiedereinstieg ins Gewichtheben - alte Liebe, neue Liebe

...in Arbeit...

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Den letzten Tagen vor dem errechneten Termin (EET) fieberte ich der Geburt tagtäglich entgegen. Doch es tat sich einfach nichts. Ich reduzierte meinen Bewegungsradius von anfangs bis Würzburg, auf Karlsruhe, Pforzheim und schließlich nur noch Mühlacker. Mir ging es am Ende der Schwangerschaft weiterhin sehr gut. Ich konnte zwar nicht mehr schnell gehen aber mir ging es so gut, dass ich mir noch einen letzten Kinobesuch gönnte - Jurassic World. Meine Maus ging völlig ab im Bauch :D Am EET stand auch der Frauenarzt (FA)-Termin an. Befund: Dem Baby ging es gut, ich hatte sehr wenig Fruchtwasser und die Plazenta war sehr reif. Wenn das Baby über dem Termin ist, sind tägliche Kontrollen nötig und wichtig, um die Versorgung des Babys durch die Plazenta zu gewährleisten. Ich einigte mich mit dem FA, am SO zur Kontrolle ins Krankenhaus (KH) zufahren. Nur zwei Tage später fuhr ich nachts mit "Wehen" in die Klinik und dachte schon "jetzt gehts endlich los". Es folgte ein CTG (Wehenschreiber) und ein Ultraschall. Der Befund dieser Ärtztin: Plazenta ist überreif und sie kann kaum noch Fruchtwasser finden; sie möchte mich nicht mehr nach Hause entlassen sondern sofort einleiten. Ich war geschockt und aufgelöst zugleich. Ich hatte mir und meinem Kind geschworen ihr Zeit zulassen. Sie wird schon kommen, wenn sie das möchte. Zudem war die Vorstellung meiner Geburt, alles so natürlich wie möglich geschehen zu lassen; d.h. kein Einleiten, keine PDA, gerne Wassergeburt und somit auch keinen Kaiserschnitt. In Rücksprache mit meiner Mam entschieden wir auf eigene Verantwortung SA Nacht wieder heim zufahren mit dem Termin SO mittag erneut vorzusprechen. Nach einem herrlichen Sonnenbad und einem ausgiebigem Frühstück mit meiner Familie fuhr ich SO abend in die Klinik. Wieder folgte ein CTG und ein Ultraschall - diesmal von einem Mann. Befund: Plazenta immer noch überreif, Fruchtwasser zwar wenig aber noch in Ordnung, dem Kind geht es gut. Der Arzt sah keine Notwendigkeit einzuleiten. Er war fest davon überzeugt, dass meine Maus SO Nacht noch käme. Montag früh in der Klinik am CTG: kurz nachdem der Wehenschreiber zu lesen begann gingen die Herztöne meines Babys während einer Wehe stark runter. Das ist eine Reaktion, die Ärzte überhaupt nicht gern sehen. Nach dem CTG folgte erneut ein Ultraschall. Ich kannte bald schon die halbe Belegschaft der Frauenklinik. Eine neue Ärztin - Oberärztin fasste die Auffälligkeiten zusammen: kaum noch Fruchtwasser, Plazenta überreif, Baby über dem Termin UND fallende Herztöne bei Wehe. Aufgrund der Herztöne wollte Sie sofort einleiten, weil sie die Versorgung des Babys nicht gewährleisten konnte. Ich brach erneut in Tränen aus; zum einen geschockt, zum anderen total durcheinander bei den unterschiedlichen Aussagen der Ärzte. Meine Ma und ich gingen Kaffeetrinken und besprachen wie ich nun vorgehen möchte. Das Resultat war: am frühen abend erneut ein CTG, welches auch hier wieder auffällig in den Herztönen war. Daraufhin wurde mit einer Tamponade eingeleitet. Dies gefiel Anna-Lena gar nicht und reagierte mit sinkendem Herzschlag. Die Tamponade wurde sofort entfernt und mir Adrenalin gespritzt - ich bekam Herzrasen, das war sehr unangenehm. Kurz darauf setzten die Wehen ein. Haaa...DAS waren Wehen und nicht dieses Geziepe am SA Nacht :/ Ich hatte das Atmen zwar nicht im Vorbereitungskurs lernen dürfen, ich bekam es jedoch gut hin und konnte die Wehen gut veratmen. Etwa Mitternacht konnte ich in die Wanne. Das war total angenehm und wirkte sich schmerzlindernd auf die Wehen aus. Plötzlich und zügig musste ich wieder aus der Wanne (die Herztöne meines Babys gingen erneut runter) und in den Kreissaal. Die Wehen waren sehr stark; eine Wehe bestand aus 3 Wehen, die zwischendurch nur wenig an Schmerz nachließen. Die Pausen zwischen den Wehen waren ebenfalls kurz. Dies belastete mein Baby sehr; es war höchst gestresst und reagierte erneut mit dem Absinken der Herztöne. Mein Muttermund war einfach zu fest und öffnete sich nur sehr langsam. Ich war ebenfalls am Limit meiner Kräfte und entschied mich schließlich für eine PDA - eine Wassergeburt war zu dem Zeitpunkt nicht mehr möglich. Kaum das die PDA gesetzt und ich meine erste Ladung Schmerzmittel hatte war all der Schmerz wie von dannen. Ich sagte in den Kreissaal hinein: "Ich lebe, ich könnte jetzt in einem Dreick springen." Es folgte Gelächter :D Im Training während der Schwangerschaft hatte ich Momente, in denen mir der Körper zeigte, dass meine Beckenbodenmuskeln nicht mehr so fest zu sein schien. Ich hatte es nicht glauben wollen, aber die Muskulatur war zu fest für mein Baby. Meine Maus war bereit zu kommen, aber mein Körper nicht. Der Muttermund öffnete sich kaum, daher wurde mir eine Tamponade mit einem Gel eingeführt, dass den Muttermund erweichte. In den folgenden 5 Stunden öffnete sich der Muttermund langsam aber stetig. Durch die PDA spürte ich keine einzige Wehe und ich konnte sogar noch etwas schlafen bevor es an die schnellen 3 Presswehen ging :D In diesen 5 Stunden folgte ein auf und ab der Gefühle. Ich spürte die Wehen zwar nicht, aber mein Baby - sie war völlig gestresst und k.o. Es dauerte alles einfach zu lang. Die Ärztin sprach ständig vom Kaiserschnitt. Dank der Hartnäckigkeit meiner Mam erblickte meine Maus auf natürlichem Wege das Licht der Welt. Sie kam am Dienstag den 16.06.2015 um 8:14Uhr mit 3220g und 51cm zur Welt.

Wenige Minuten nach der Geburt war ich fit wie ein Turnschuh. Dies verdanke ich zum einen der PDA aber vorallem dem Training vor und währende der Schwangerschaft. Hiermit möchte ich jeder Frau raten und Mut machen während der Schwangerschaft solange wie möglich Sport zutreiben. Hört auf euren Körper und euer Baby. Wenn ihr das tut, werden WOD-Zeiten, Gewichte oder dergleichen Nebensache.
Ich entschloss mit dem Sport zuwarten bis der Wochenfluss vorbei ist und alle Wunden verheilt sind. Naja...ich fing schon einige Tage vorher an :D Daheim ab und zu mal ein kurzes Bodyweight-Workout - als Test sozusagen. Nach 6 Wochen der Geburt darf Frau offiziell an der Rückbildungsgymnastik teilnehmen. Ich empfinde diese Rückbildung als anstrengend; ich nehme diese auch sehr ernst. Die knappen 60 min zählen daher zu meinem wöchentlichen Training. Mit den geraden Bauchmuskeln muss Frau jedoch noch etwas vorsichtig sein. Sie muss darauf achten, dass der Spalt zwischen den einzelnen Muskeln wieder zugewachsen ist bevor Sie anfängt UND am Anfang öfter mal kontrollieren. Noch heute habe ich Probleme mit den Bauchmuskeln, welche es mir versagen Übungen am Rack (PullUps, Toes to Bar...) oder andere Bauchübungen (SitUps, PushUps nur auf Kien) auszuführen. Nach 3 Wochen regelmäßigem Training bin ich von 73kg auf 65kg (vor der Schwangerschaft 67kg) runter und mein Bauch ist deutlich zurückgegangen. Dies kann ich NUR dem Training verdanken, denn mit dem Essen hatte und habe ich nach wie vor Schwierigkeiten. Mehr dazu später in der Rubrik "Ernährung". Die Kraftwerte liegen derzeit bei etwas über 50%, die Ausdauer lässt sehr zu wünschen übrig. Dies ist auch auf den Mangel an Schlaf und die ungenügende Ernährung zurückzuführen, welches kaum eine Regeneration zulässt. Nach dem ich leider nicht mehr Stillen kann, achte ich vermehrt auf die natürliche Eiweißzufuhr und supplementiere zusätzlich mit einem Shake täglich.

Bild1: 10. Monat, Bauchumfang 105cm, 73kg Körpergewicht

   

Bild2: 3 Wochen nach Geburt

   

Bild3: 8 Wochen nach Geburt, 65kg Körpergewicht

 

Das Training ist anfangs noch ein Austesten der Kraftübungen, um damit einen Plan zu erstellen. Die WOD´s beschränken sich auf niedriges Gewicht in den Kraftausdauer-WODs und es gibt noch keine Zeitmessung in den Bodyweight-WODs. Zum einen ist es für mich schwer zu ertragen, dass ich so stark abgebaut habe und zum anderen nutze ich diese Zeit, um nochmals neu anzufangen. Mir eine Basis aufbauen: Mobility, Hauptaugenmerk auf Bodyweight und meine Schwächen (der PushUp :D ) Das Krafttraining nutze ich als Ausgleich und Formung meines Körpers :) Hauptziel ist es, erstmal wieder meinen Körper zu formen und ganz langsam an meine alten Kraftwerte heranzukommen:

Vor der Schwangerschaft: Nach der Schwangerschaft
Kraftwerte: Kraftwerte:
Reißen: 65kg Reißen: 42,5kg
Reißen erhöhte Position: 65kg Reißen erhöhte Position: 25kg
Stoßen: 85kg Stoßen: 
Strict Press: 40kg Strict Press: 35kg
Push Press: 70kg Push Press: 42,5kg
Push Jerk: 80kg Push Jerk:  -
Split Jerk: 85kg Split Jerk: 57,5kg
Overheadsquats: 55kg Overheadsquats: 50kg
Frontsquat: 97,5kg Frontsquat: 55kg
Backsquat: 103kg Backsquat: 65kg
Deadlift: 120kg Deadlift: 80kg
Cluster: 70kg Cluster: 37,5kg
Thruster: 70kg Thruster: - 
   
(Benchmark-)Workouts: (Benchmark-)Workouts:
100 Burpees FT: 6:20min 100 Burpees FT:
Fran: 4:56min Fran:
  Angie: 9:04min
Jacky: Jacky:
DT: 20:45min DT: 13:33min (40kg)
Fight gone bad: 254 reps  
Filthy Fifth: 21:43min  
Karen: 8:59min Karen:
Isabell (45kg): 13:17min  

 

Ausgehend von den derzeitigen Kraftwerten schrieb ich mir einen Trainingsplan für 2x die Woche - optional 3x (je nach dem wie es mit meiner Tochter möglich ist ins Studio zu gehen). Der Plan sieht eine 3:1 Periode mit 2x die Woche Krafttraining vor. Die ersten 8 Wochen erfolgt ein Hypertrophietraining gefolgt von 8 Wochen IK-Training. Vor der Schwangerschaft habe ich im Training gute Erfahrung gemacht, wenn das Techniktraining als erstes kam, dann das Workout/Metcon und hinterher noch die Krafteinheit. Ich war immer wieder erstaunt, dass ich den Kraftteil ohne Probleme absolvieren konnte. Darauf baue ich nun wieder auf und lasse mich überraschen wie es wirkt und ich es umsetzen kann :D

Meine momentanen Werte (Stand: 26.12.2015):

Reißen: 55 kg
Stoßen: 71 kg
Strict Press: 37,5 kg
Overheadsquats: 50 kg
Frontsquat: 85 kg
Backsquat: 102,5 kg
Deadlift: 101 kg